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Kahl Schwerlast – Auf Achse mit der aktuellsten Technologie

August 2017

Die KAHL Unternehmensgruppe hat sich seit der Übernahme durch Andreas und Rainer Kahl im Jahr 2005 in schnellem Tempo von einem reinen Transportunternehmen zu einem umfassenden logistischen Dienstleister gewandelt, bei dem Prozessbeherrschung wichtiger ist als Räder. Eine erfolgreiche Veränderung, denn KAHL hat die letzten Krisen ohne große Probleme gemeistert und die Aussichten für die kommenden Jahre sind gut. Gibt es eine Formel für diesen Erfolg? Ja, denn Andreas und Rainer Kahl verstehen es, neben modernster Technik, die besten und erfahrensten Mitarbeiter – vom Fahrer bis zum Geschäftsführer – im Unternehmen zu halten. Im Februar wurden zwei Nooteboom Manoovr 3+7 Semitieflader in Moers an zwei äußerst zufriedene und engagierte Mitarbeiter ausgeliefert.

Die Geschichte der KAHL Unternehmensgruppe.

Andreas: “Mein Onkel und mein Vater, Hans und Helmut Kahl, eröffneten 1953 eine Niederlassung von Konrad Kahl & Söhne in Duisburg. Die Brüder waren gerade mal 23 und 17 Jahre alt und der Fuhrpark bestand aus zwei alten GMC Trucks aus dem überquillenden Vorrat der amerikanischen Streitkräfte. 1956 wurde daraus die Hans u. Helmut oHG, die Basis der heutigen KAHL SCHWERLAST GmbH im Zentrum der KAHL Unternehmensgruppe. Nach 1970 spezialisierte sich KAHL immer mehr auf den Transport von Stahl- und Betonteilen. Mit mehr als 30 Nachläufern war Kahl der bekannteste Transporteur von Betonbindern in der Region. Noch vor 1980 verwendeten wir Module, mit denen wir auf einmal viel mehr Nutzlast und flexiblere Einsatzmöglichkeiten hatten. Ein Höhepunkt in der Unternehmensgeschichte war die erste 4-achsige MAN-Sattelzugmaschine, die bereits 1981 in unserer eigenen Werkstatt entwickelt und mit einem 420 PS Industriemotor gebaut wurde, kombiniert mit einer auffahrbaren Kesselbrückenkombination.”

Veränderungen nach 2005

Andreas: “2004 habe ich, zusammen mit meinem Bruder Rainer, die KAHL SCHWERLAST GmbH gegründet und den gesamten Geschäftsbetrieb übernommen. Für weiteres Wachstum sind wir immer auf der Suche nach Menschen mit Erfahrung. 2006 wurde die KAHL + JANSEN Schwerlast GmbH gegründet. Ferdinand Jansen brachte neue Kunden mit. Durch Ferdinand erhielten wir Kunden in der Automobil- und Windindustrie. Einige Jahre später, 2009, wurde Pieper Schwertransporte GmbH ein Teil der KAHL unternehmensgruppe. Marcus Pieper, der Sohn des Firmengründers des bekannten Transportunternehmens PIEPER, brachte uns ebenfalls einen Schatz an Erfahrung, neue Märkte und weitere neue Kunden mit. 2011 wurde die KAHL + JANSEN GmbH International Logistics and Engineering gegründet. Die neuen Geschäftsfelder im Bereich des Transformatoren- und Industriebehälterhandlings entstanden durch die Übernahme des rollenden Materials und der Montageabteilung mit ca. 20 Mitarbeiten von der Spedition Westfracht in Essen. Udo Gärtner leitet diese Aktivitäten und durch seine Erfahrung brachte er der KAHL Unternehmensgruppe neue Kunden, Techniken und Märkte. Wir sind stolz auf die Leistung all unserer Mitarbeiter, aber Ferdinand, Marcus und Udo haben geholfen, unserer Vision in der KAHL SCHWERLAST GmbH näher zu kommen. Früher dachten wir in Lastwagen und Anhängern, heute denken wir in Systemen und Prozessen.”

Andreas Kahl, Udo Gärtner, Rainer Kahl, Ferdinand Jansen, Marcus Pieper

Warum den Nooteboom MANOOVR?

Marcus: “Mit dem MANOOVR hat Nooteboom einen großen Schritt nach vorn gemacht. Die Qualität ist perfekt bis ins kleinste Detail. Aber letztendlich hat wohl die hohe Biegesteifigkeit den Ausschlag gegeben. Um Brücken zu passieren, müssen wir immer öfter teleskopieren, weil wir sie mit einem größeren Radstand weniger belasten. Mit relativ kurzer Ladung, wie beispielsweise einem Transformator mit einem Gewicht von mehr als 100 Tonnen, wird der Hauptträger des Aufliegers aufs Äußerste belastet. Der Manoovr ist sehr robust und biegt sich deutlich weniger durch als vergleichbare Auflieger anderer Hersteller. KAHL kaufte von 1981 bis 1997 verschiedene Nooteboom Auflieger. Über die Qualität hatten wir nie zu klagen; der letzte Auflieger von 1997 ist immer noch fast jeden Tag im Einsatz. Weniger zufrieden waren wir mit dem Rostschutz. Wir haben die heutige Konservierungsmethode des MANOOVR studiert und ich muss sagen: Wir haben das vollste Vertrauen. Ein anderer Aspekt ist die Art der Zusammenarbeit. Nooteboom ist ein angenehmer Partner, mit dem wir gern zusammenarbeiten und wir schätzen die Anstrengungen Nootebooms, alles im Detail gut zu regeln.”

Künftige Entwicklungen bei KAHL SCHWERLAST

Andreas: “Marcus und ich sind beide in unserer Branchenvertretung aktiv, der BSK e.V. (Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten e.V.) und setzen wir uns für die Verbesserung der Rahmenbedingungen unseres Gewerbes ein. Wir konzentrieren uns zwar verkehrsträgerübergreifend auf den Transport und das Handling größter und schwerster Ladungen, z.B. mit Tiefladern von zwei bis zu 20 Achsen, bieten aber auch sämtliche weiteren Logistikleistungen in einer Hand an. Dabei sind auch die Zertifizierungen immer wichtiger geworden. So ist es ein ständiger Prozess an der Verlängerung von Genehmigungen und neuen Zertifikaten zu arbeiten. Wir sind uns bewusst, dass die Entwicklungen in der Welt immer schneller gehen. Die Welt von vor 30 Jahren existiert nicht mehr. Damals hatten wir einen einigermaßen stabilen europäischen Markt. Jetzt haben bereits enttäuschende Zahlen über das Wachstum in China direkten Einfluss auf Investitionen in Deutschland. Mit viel Engagement haben wir uns in den letzten zehn Jahren von einem reinen Transportunternehmen in einen logistischen Dienstleister gewandelt. Kunden beziehen uns in einem immer früheren Stadium bei Projekten mit ein. Wir sind imstande, schwere Ladungen weltweit auszuliefern. Wir arbeiten ständig an Prozessoptimierungen, um unseren Kunden Möglichkeiten zu bieten, die unsere Mitbewerber noch lange nicht bieten können.”

Material für extrem schwere Ladung

Marcus: “Unsere weltweit einzigartige Seitenträgerbrücke G² I K600 ist mit einer Nutzlast von 600 Tonnen in der Lage, sehr schwere Generatoren, Transformatoren oder ähnliches wie beispielsweise Motoren oder Turbinen zu tragen. In Europa wird es immer wichtiger, das Gewicht so genau wie möglich über den Untergrund zu verteilen. In der Konfiguration mit 2×24 Achslinien können wir die Achslasten auf 12 Tonnen beschränken. Unsere schwersten ziehenden Einheiten sind die Mercedes-Benz Titan 4165 8×6 Sattelzugmaschinen für jeweils 1.000 Tonnen Gesamtgewicht.”

Eine Leidenschaft für außergewöhnliche Transporte?

Andreas: “Ich bin zwischen Lastwagen aufgewachsen. Reifen nachschneiden, lackieren und Laster ordentlich in Reih und Glied aufzustellen, dass war Teil unserer Jugend. Wir fanden es Klasse. Vielleicht hätte jeder von uns woanders leichtere Arbeitsbedingungen vorgefunden, aber das war nie eine Überlegung. Das hier ist meine Welt und für Marcus ist es genau dasselbe.”

Sorgen

Andreas: “Ja, in unterschiedlichen Richtungen. Die erste: Unsere Fahrer sind Spezialisten auf ihrem Gebiet. Sie müssen nicht nur kleinere Reparaturen selbst ausführen können und kundenorientiert auftreten, sondern tragen oftmals direkte Verantwortung für Millionen von Euro. Dennoch werden sie auf der Straße auch ohne Übertretungen oftmals fast wie Kriminelle behandelt. Spezialtransporte sind ein wichtiges Bindeglied in der europäischen Wirtschaft und wir würden gerne die Anerkennung erhalten, die wir und unser Personal verdienen. Die zweite: Fahrten, die früher eine Nacht dauerten, benötigen jetzt drei bis fünf Nächte. Längere Routen durch rückständigen Unterhalt an Brücken und überlastete Polizei sind die Ursache hierfür. Wir sind Befürworter für die Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens, die Umsetzung von Korridorlösungen und die einheitliche Privatisierung der Polizeibegleitung für alle deutschen Bundesländer. Die Regelung für die ‘Hilfspolizei’ ist dabei nur ein Schritt in die richtige Richtung.”

Zum Schluss …

Andreas: “Die deutsche Wirtschaft ist abhängig von Industrieunternehmen, die einen Großteil der Produkte exportieren. Die Produkte werden immer komplexer, größer und schwerer. Für uns aber wird es stets mühsamer, schwere Ladung -wenn auch nur bis zum nächsten Binnenhafen- auf der Straße zu transportieren. Die Politik und die Öffentlichkeit in Deutschland – und in Verlängerung in Europa – müssen die Bedeutung unserer Arbeit einsehen. Spezialtransporte sind zwar für sich keine große Branche, aber eine Branche, die unabdingbar wichtig ist für das Funktionieren unserer Industriebetriebe, wie auch die Energiewirtschaft und nicht zuletzt den Erhalt der Infrastruktur.”

Die Nooteboom MANOOVR sind durch ihre Spezifikationen – leicht, niedrig, wendig und robust – wie geschaffen für die Zustände auf deutschen Straßen. KAHL SCHWERLAST GmbH entschied deshalb, Kombinationen von Zugmaschine, Auflieger und Fahrer bestmöglich zu vereinen. Holger Rybka: “Beim MANOOVR ist über alle Details gut nachgedacht worden. Gegenüber einem Modultrailer bin ich flexibler und ich brauche viel weniger Zeit beim Be- und Entladen. Das ist wichtig, weil Verzögerungen in unserem Geschäft immer Probleme und Zusatzkosten für unser Unternehmen verursachen.”

Das Urteil von Holger Rybka

Fahrer Holger Rybka von Kahl Schwerlast nahm Ende des vergangenen Jahres den ersten 3+7 MANOOVR mit Multidolly in Betrieb. Anfang dieses Jahres wurden zwei neue MANOOVR Semitieflader mit Multidolly, Typ MPL-150-37(VV), ausgeliefert. Diese Semitieflader mit je zehn Pendelachslinien sind zweifach teleskopierbar und tauglich für ein Gesamtgewicht von 150 Tonnen bei 80 km/h. Die MANOOVR sind mit ihrer einfachen Bedienung und hohen Nutzlast eine ausgezeichnete Alternative zu den komplexen Modultrailern. KAHL fährt fast immer mit einer festen Kombination von Zugmaschine, Auflieger und Fahrer. Für die zwei neuen Kombinationen sind Holger Rybka und Peter Nass die festen Fahrer. Holger kann durch seine Praxiserfahreung mit dem MANOOVR – vielleicht noch besser als ein Verkäufer von Nooteboom – alle Vorteile des MANOOVR aufzählen.

Holger: “Die Lenkung, vor allem die des Interdollys, funktioniert perfekt. Leer sind die Lastzüge 26,5 Meter lang und dadurch können wir meistens ohne Begleitung über die Autobahn fahren. Sie haben rund 100 Tonnen Nutzlast, aber noch wichtiger ist die hohe Biegesteifigkeit. Diese MANOOVR sind so robust, dass wir gegenüber vergleichbaren Aufliegern anderer Hersteller mit teleksopierter Ladefläche 20 Tonnen mehr laden können. Die einstellbare Sattellast verwenden wir regelmäßig, wenn wir mehr Traktion brauchen, zum Beispiel bei einem Windpark. Der Manoovr ist in allen Details logisch, wartungsfreundlich und solide gebaut. Die Bedienung ist einfach und durchdacht und gegenüber den komplexen Modultrailern sparen wir viel Zeit beim Umbauen in eine andere Konfiguration. Immer öfter müssen wir in Deutschland teleskopiert fahren, um die Brücken nicht so zu belasten. Mit diesem MPL-150-37 kann ich teleksopiert bis zu 60 Tonnen auf die Zwischentafel laden und das ist ein großer Vorteil. Zusammengefasst: Ich bin überaus zufrieden mit meinem neuen MANOOVR.

Holger Rybka

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